Was ist Linaria?

Linaria e.V. ist ein registrierter Verein, der sich im globalen Bereich des Gemeinschaftsaufbaus und –wissensaustausch einsetzt. Die Kernaspekte liegen hierbei auf dem Erlernen von nachhaltigen und umweltfreundlichen Methoden / Technologien, auf der ehrenamtlichen Mitarbeit in verschiedenen nachhaltigen Projekten und Gemeinschaften sowie der aktiven Weitergabe von nachhaltigem Wissen zur Selbstversorgung.

Ökologie / Landwirtschaft

Um die globalen und akuten Probleme in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelversorgung (zunehmende Nährstoffverarmung des Bodens, Kartellbildung und Abhängigkeiten der Samenindustrie, Schädlingsanfälligkeit bei Monokulturen sowie zunehmende Verbreitung von Genmanipulierten Hybridsamen, Nutzung von Anbauflächen für den Export, Nahrungsmittelknappheit […]) anzugehen oder gar zu vermeiden, engagiert sich Linaria in der ökologischen Landwirtschaft. Hierzu gehört eine projektgebundene autarke Nahrungsmittelversorgung; Aufklärungsarbeit über die Folgen des Einsatzes von Hybridsamen, Monokulturen, Pestiziden; das Erlernen und Anwenden von Permakultursystemen; sowie der Austausch und das Pflegen von Saatgut.

Energieversorgung

Um eine weitere Zerstörung des Planeten auf Grund von Brennstoffdiskrepanzen wie zum Beispiel Kriege um Erdöl, Abholzung des Regenwalds im Namen des Kohleabbaus mit den daraus resultierenden Folgen für Mensch, Tier und Pflanzenwelt zu vermeiden, bedarf es neuer, unabhängiger und lokaler Energieversorgungssysteme. Linaria beschäftigt sich daher auf einer Energieversorgung mit Hilfe von erneuerbaren Energien.

Hierdurch wird die Nutzung von limitierten fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl überflüssig und andererseits wird eine Energieversorgung ohne zusätzlichen CO2 – Ausstoß geschaffen, wodurch der Klimawandel nicht weiter beschleunigt wird.

Linaria konzentriert sich daher auf die Erforschung von neuen- und die Verbreitung von vorhandenen, einfachen und umweltnahen Energiesystemen. Hierbei werden die Bereiche der Elektrizitätsversorgung mittels erneuerbaren Energien wie Solar-, Wind-, und Wasserkraft; Warmwasser & Heizungssysteme mittels Solar- & Geothermie, Biogas und Holzfeuerung; und  Koch- und Brennsysteme (Parabol- / Schefflerspiegel, Biogas) abgedeckt.

Infrastruktur

Ebenso wichtig wie die Ernährung und Energieversorgung ist eine intakte und in die Natur integrierte Infrastruktur. Gerade in durch saisonale Klima (Regen- und Trockenzeit) in den Regionen von Lateinamerika muss besondere Aufmerksamkeit auf die Wasserversorgung gelegt werden. Hierzu gehören Systeme der Regenwasserrückgewinnung, verschiedene Wasserpumpsysteme wie zum Beispiel Solar-, Wind-, und Staudruckpumpen, die dazugehörigen Leitungssysteme und die Wiederaufbereitung von Grauwasser mittels Naturkläranlagen. Ein weiteres Thema zur Verbesserung der oft schlechten hygienischen Bedingungen ist die Installation von Komposttoiletten.

Ökobau

Gerade im Bereich des Häuserbaus existieren zahlreiche Alternativen zu den klassischen Zementbauten mit ähnlichen thermisch isolierenden Eigenschaften. Um lange Transportwege und umweltschädliche Herstellungsverfahren von Baumaterialien zu vermeiden[1], besteht das ideale Haus aus lokalverfügbaren, natürlichen Baustoffen. Dies können zum Beispiel Lehm (Adobe, Earthbag, COB […]),  Stein, Holz oder andere recycelte Materialien sein.

Netzwerkarbeit & Interkultureller Austausch

Linaria setzt sich zum Ziel, Menschen aller Altersbereiche in Kontakt mit ökologischen und/oder nachhaltigen Projekten zusammenzubringen, damit auf dieser Basis Wissensaustausch und gemeinsames Erlernen entstehen. Als Schnittstelle steht hierfür das Portal ecobasa.org zur Verfügung.

Ebenso wichtig ist ein interkultureller Austausch und eine Hand- in Hand Zusammenarbeit mit anderen Kulturen und Menschen um das Umweltbewusstsein zu schulen. Hierdurch können bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Lebensbedingungen die damit einhergehenden Probleme vermieden werden.[2]

Soziale Systeme

Überall dort, wo Menschen zusammenleben und zusammenarbeiten, können zwischenmenschliche Differenzen auftreten. Gerade für junge Gemeinschaften besteht die größte Hürde darin, Unstimmigkeiten zu bewältigen, sodass Konflikte und Streitigkeiten vermieden werden. Linaria setzt hierbei auf das Erlernen, Anwenden sowie die Weitergabe von Kommunikationsmethoden wie Forum, gewaltfreie Kommunikation und  Gruppenarbeit.

Finanzierung

Die Arbeit der Mitglieder von Linaria e.V. in den Gemeinschaften und ökologischen Dörfern erfolgt ehrenamtlich. Zur Realisierung einzelner Projekte werden weitere finanzielle Mittel benötigt, die durch Spendengelder gesammelt und gezielt eingesetzt werden.

Hierzu können Sie die Arbeit von Linaria e.V. unterstützen indem Sie

a)    einmalige Spenden für konkrete Projekte tätigen und

b)    Fördermitglied des Vereins werden.


[1] Pro Tonne Zement werden rund 680 Kilogramm CO2 freigesetzt

[2] Ein Beispiel hierzu aus Chiapas, Mexiko: Toiletten mit Wasserspülung halten teilweise in ländlichen Regionen Einzug und gelten als „modern“ und „luxuriös“. Hierbei fehlen jedoch elementare Voraussetzungen wie ein Kanalisationssystem und Kläranlagen sodass das Abwasser in den nächsten Bach fließt, in dem  die Menschen  baden und Kleidung waschen.

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