Biomeiler

Der Biomeiler

chart biomeilerEin Biomeiler ist eine Anlage zur energetischen Nutzung von Biomasse, genauer gesagt zur Erzeugung von Wärme für Heizungszwecke. Dazu wird meist zerkleinertes Holz zu einem Haufen aufgeschichtet und ein Wasserschlauch hindurchgeführt. Durch mikrobiologische Abbauprozesse wird in einem Zeitraum von 12 bis 24 Monaten Wärme frei, mit der Warmwasser erzeugt werden kann, welches zur Heizung verwendet werden kann. Gleichzeitig kann auch das anfallende Biogas genutzt werden. Nach der Nutzungsdauer ist aus den Holzabfällen wertvoller Kompost entstanden.
Die komplette Bauanleitung könnt ihr hier herunterladen: Biomeiler 1.0

Vorteile auf einen Blick

Stetige Quelle für Wärme

  • Nutzbar durch Wasser- und/oder Luftkreisläufe
  • Temperaturen von 70°C erreichbar
  • Läuft um die 18 Monate
  • Liefert Wärme ohne Verbrennung!

Ökologisch 

  • Verwendung lokaler Schnittreste (Grünschnitt, Häckselgut)
  • Sehr potenter ökologischer Kompost, guter Dünger
  • Fördert den Humusaufbau à Bindung von Kohlenstoff im Boden
  • CO2 – Bilanz Negativ (durch Einlagerung des Komposts im Humus)
    • keine Verbrennung zur Wärmeerzeugung notwendig

Ökonomisch

  • Low-Tech & Low Cost Anlage
    • Geringe Investitionskosten
    • Kaum Betriebskosten
  • Liefert Humus ohne mechanische Arbeit

Kombinierbar mit Biogas Produktion

Geschichtlicher Hintergrund

Biomeiler „Classic“

Der Biomeiler wurde erstmals von dem Franzosen Jean Pain (1928-1981) in der Provence entwickelt. Er verwertete Baum- und Strauchschnitt und setzte einen natürlichen Verrottungsprozess in Gang und gewann dadurch warmes Wasser, Warmluft, Biogas und hochwertigen Kompost. Hierbei kam es weder zu einer Verbrennung noch fiel Abfall an. Mit Hilfe des durchkompostierten Holz entwickelte er ein System des Gärtnerns welches weder bewässert noch gejätet werden muss (à “Un Autre Jardin“ deutsch: „Anderer Garten“). Das System besteht aus komplett geschlossenen ökologischen Kreisläufen. Durch die Einfachheit des Aufbaus eines Biomeilers kann dieser von (fast) jedem nachgeahmt werden. Dies steigert die Autonomie in Sachen Energie- und Kompostproduktion.

Mikrobielle Karbonisierung (MK)

Das System des Biomeilers wurde durch Walter Witte weiterentwickelt. Dieser Biomeilertyp enthält zusätzlich einen bis zu 30%igen Anteil an Mist (z.B. Pferde- oder Ziegenmist). Der Kompost der bei der MK entsteht enthält mehr Stickstoff, ist stärker auskompostiert, und schneller einsetzbar. Im MK-Biomeiler entstehen Huminstoffe und es wird Kohlenstoff nachhaltig gebunden. Es handelt sich um einen aerob und gleichzeitig anaeroben Prozess.

Funktionsprinzip

Biochemischer Vorgang

Der Biomeiler wird durch einen aeroben Prozess an der Oberfläche und einen anaeroben Prozess im Inneren durch Bakterien und deren Enzyme „abgearbeitet“. Das sich einstellende Habitat sorgt in mehreren Zyklen für die Bildung von mineralisiertem Kompost und der Kohlenstoffbindung bei dem Biomeiler classic und zur Bildung von hochkomplexen Kohlenstoffverbindungen, dem sog. Humus. Diese Huminstoffe bestehen aus einem dreidimensionalen Netz aus Porfirinringen. Es handelt sich um einen aerob und gleichzeitig anaeroben Prozess. Während in einem normalen Kompost die Kohlenstoffverbindungen weitestgehend zu CO2 und H2O mineralisieren, wird im Biomeiler nachhaltig Kohlenstoff als Humus gebunden. Der „Komposthaufen“ nach W. Witte ist nach ca. 8 Wochen vollständig durchdrungen. Sollte kein Wärmetauscher installiert sein kann der Kompost nun schon 10 – 15 cm tief untergegrubert werden. Nach etwa 8 Monaten findet im Biomeiler eine Bindung von Kohlenstoff statt (Karbonisierung).

Die Bauanleitung könnt ihr hier herunterladen: Biomeiler 1.0
Fotos des Baus: Fotos
Download Buch von Jean Pain: Another Kind of Garden – The Methods of Jean Pain
Status Bericht Biomeiler Tempelhof 2: biomeiler-bericht-2-von-michael_opt

3 Comments

  1. Pingback: DIY biomass heat generation - EcoRenovator

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin sehr daran interessiert, die Möglichkeiten eines Biomeilers auszuprobieren, jedoch findet man wenig detaillierte Angaben darüber. Was mich brennend interessiert: Welche Leitungen haben Sie bei dem abgebildeten Modell im Biomeiler verlegt? Auf welche Eigenschaften muss man achten? Der Schlauch bzw. das Rohr muss ja eine gewisse Temperatur und einen bestimmten Druch aushalten und sollte auch nicht zu schwer sein, oder? An welchen Hersteller haben Sie sich gewandt?

    Ich würde mich sehr über eine kurze Antwort freuen!
    Viele Grüße
    UB.

  3. Pingback: w w w – wir werkeln weiter – Wir bauen Zukunft

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